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Bloggen im Zug

14. January 2007
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nachdem ich auch beim Stufentreffen darauf angesprochen wurde, habe ich beschlossen, das kleine Geheimnis meiner Blogeinträge, der dort verwendeten Ortsangaben und Zeitpunkte der Veröffentlichung zu lüften:

Unter meinen Weblogeinträgen finden sich zumeist in eckigen Klammern zwei Informationen:

zunächst findet Ihr die Musik, die ich zum Zeitpunkt des Bloggens konsumiere.

Ich hab’ mir diese Information vom Shopblogger Björn Harste abgeschaut, der mit dieser Information beweisen wollte, dass das Einkaufsradio, dass in seinem Laden dudelt, nicht so fahrstuhlmäßig furchtbar ist, wie von den meisten Menschen empfunden. Ich selbst poste diese Information, um zu beweisen, dass mein Musikgeschmack nicht ganz so schrecklich ist, wie meine CD-Sammlung, die prominent in meinem Wohnzimmer zu finden ist, vermittelt.

Weiterhin findet Ihr den Ort, an dem ich den Weblogeintrag schreibe. Das ist zu 90% in einem Fernzug der Deutschen Bahn. Hier verfüge ich nämlich in der Regel über drei wichtige Dinge, die meine Kreativität und meinen Willen, einen Weblogeintrag zusammenzuzimmern, forcieren: Strom, Zeit und die Abwesenheit von Internet. Richtig gelesen, die Weblogeinträge, die Ihr auf kuechenserver.de lest, sind offline geschrieben und dies meist en bloc. Dabei nutze ich jedoch keines dieser neumodischen Web 2.0 Werkzeuge, sondern ein herkömmliches, langweiliges Stück closed software – Notepad. Meine Ideensammlung (oftmals nehme ich mir vor, über bestimmte Themen zu bloggen, habe aber in diesem Moment dann nicht die richtige Schreibstimmung) und auch die fertigen Postings findet man in einer Textdatei namens blog.txt auf meinem Desktop.


Notepad als Blogeditor

Bei nächster Gelegenheit (Internetanbindung) kopiere ich dann die Postings der Reihe nach in mein WordPress. Dabei füge ich dann auch noch die Tags des Postings sowie den Zeitpunkt der Veröffentlichung hinzu und checke die ggf. eingefügten Links.

Wenn ich einen Kreativanfall habe, entstehen nämlich in der Regel zwischen 2 und 7 Postings, die ich jedoch nicht alle an einem einzigen Tag online bringen möchte – automatisiert werden sie dann in den nächsten Tagen freigeschaltet (wer sich also jemals gewundert hat, wie ich um 7h morgens einen Weblogeintrag zusammenbekommen habe: das ist die Erklärung dafür).

Ein positiver Nebeneffekt dieses “erst in ein paar Tagen online stellen” ist weiterhin, dass immer ein wenig verschleiert wird, wo ich mich gerade in der Republik herumtreibe – darauf verzichte ich nämlich seit die ein oder andere Freundin bzw. Verwandte mich darauf hingewiesen hat, dass das ja auch einbrechertechnisch nicht so knorke ist zu schreiben, wann man mal gerade nicht zu Hause ist…..

[Fantastische Vier - Was Geht; auf dem Weg nach Berlin im ICE]

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Mordsreiseerlebnisse

30. April 2006
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Ich liebe es, am Wochenende mit der Bahn zu fahren. Falsch. Ich hasse es. Irgendwie nerven mich insbesondere diese Tonnen von olivberucksackten Typen an, die noch nie in ihrem Leben etwas von Sitzplatzreservierung gehört zu haben scheinen, und die darüber hinaus unter einem offensichtlichen Realitätsverlust leiden.

Denn: bekanntermaßen sind sie keine bahn.comfort Kunden. Das sind nur Menschen, die mehr als 2.000 EUR Umsatz innerhalb der letzten 12 Monate bei der Deutschen Bahn gemacht haben. Soldaten zahlen ihre Bahntickets aber nicht.
Dennoch setzen sie sich aber auf die bahn.comfort Plätze. Wahrscheinlich weil sie davon ausgehen, dass diese besonders komfortabel sind und damit für Vaterlandsverteidiger wie gemacht.

Und das regt den normalen VIP-Bahnkunden halt immer mal ein wenig auf*

Natürlich stehen die Jungs dann sofort auf, wenn man sie darauf hinweist und sind auch sonst sehr zuvorkommend und natürlich gibt es sicherlich auch Ausnahmen bei dieser Gruppe von Menschen, mir fallen aber halt immer nur diejenigen auf, die von Sitzplatz zu Sitzplatz wandern müssen und keine Bahnfahrt bequem und in Ruhe verbringen und am Ende des Tages doch irgendwo im Eingangsbereich auf dem Boden sitzend reisen müssen.

Und dann frage ich mich jedesmal, wieso sie nicht einfach die 3 EUR ausgeben, um sich diesen Stress zu ersparen. Denn Bahnfahren kann echt entspannt sein.

Desweiteren: es ist echt entspannt, bei einer Ticketkontrolle einfach nur lässig die Bahncard 100 zu zücken und freundlich zu lächeln. Kein Durchziehen wie bei Onlinetickets, kein am Automaten anstehen für eine Karte, kein Zangenabdruck. Einfach nur lächeln. Und Züge nicht mehr nach dem Preis oder der kürzesten Fahrtstrecke, sondern nach ihrer voraussichtlichen Ausgebuchtheit aussuchen. Denn wenn der Zug von Köln nach Hamburg keinen Sitzplatz mehr hat, nun, dann fährt man halt über Hannover…

* Mich regen übrigens nicht nur die offensichtlich mit den Bahnprodukten und Serviceabstufungen nicht besonders vertrauten Soldaten auf, sondern auch und insbesondere die Tatsache, dass die Deutsche Bahn die bahn.comfort Plätze – besonders für Bahncard 100 Kunden, die spontan reisen können – zu lasch konzipiert hat; die Idee ist ja gut, nur wird von den Zugbegleitern selbst bei Kontrollen dieser Plätze nur in den seltensten Fällen darauf hingewiesen, dass es sich um Plätze handelt, die bevorzugt von einer bestimmten Kundengruppe eingenommen werden können und für diese freigegeben werden sollten sowie ist die Anzahl der Plätze im Vergleich zu den bahn.comfort Kunden nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

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Handwerker-Werbung

3. February 2006
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Bei meinem letzten Besuch im schönen und fleißigen Schwabenland ist mir eine interessante Sache aufgefallen; wie immer war ich mit dem Bus unterwegs zum Kundentermin (oder diesmal genauer Herstellertermin) und betrachtete aus chronischer Langeweile und Neugierde as usual die Umgebung. Normalerweise achte ich dabei nur dann auf Plakatwerbung wenn es sich einfach nicht vermeiden läßt.

Gerade schien es aber, als sei mein Unterbewußtsein deutlich wacher als sonst. Anders kann ich mir nicht erklären, dass mir diese Riesenmenge an Handwerkerplakatwerbungen (“Mein Papa verlegt ganz prima Fliesen”, “Renovierungen aus einer Hand”, “Mann ab 42 EUR die Stunde”) aufgefallen sind.

Da frage ich mich jetzt nur, was aus den fleißigen Do-it-yourself – Häuslebauern von früher geworden ist. ODer – müssen die Handwerker gerade ob dieser Mentalität hier mehr Werbung machen? Oder ist schaffe schaffe immer noch in, jedoch bei Daimler und Häuslebaue wird outgesourced?

Falls Ihr die Erklärung habt, Ihr wißt ja, wie man Kommentare bedient.

[Kopfhörer liegen zuhause; auf dem Weg nach Böblingen]

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SWR3 – Land

19. December 2005
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Nun, diese andauernde Reiserei, die ich ja selbst als gar nicht so schlimm empfinde, scheint mich doch ein wenig wuschig zu machen.

Anders kann ich mir nicht erkären, dass ich heute erst ein Werbeplakat mit Zeus und Wirbitzky sehen mußte, um zu merken, dass ich ja im SWR3-Land – also quasi in der Heimat – unterwegs bin.

Wobei, ist BW wirklich noch SWR3-Land? Frank Laufenberg und Elmi würden das bestimmt wehement verneinen! Und ich verstehe immer noch nicht, wie man einen tollen Sender wie SWF3 mit einer Krücke wie SDR verheiraten konnte. Das reißen auch Werbesprüche wie “Schon gehört? Eins gehöhrt gehört! SWR 1″ nicht mehr raus…
Nachtrag: bei der Recherche, ob ich Wirbitzky wirklich richtig geschrieben habe, hat sich übrigens herausgestellt, dass Anetta Politi jetzt zusammen mit Volker Janitz das Duo Michael Reufsteck und Jochen Stöckle abgelöst haben. Ich sollte echt wieder regelmäßiger Radio (und zwar das einzig wahre!) hören… wobei, wenn ich dann von der nervigen Griechin geweckt werde.. lieber nicht…
[Wolfgang Niedecken - Mit Wolke schwaade; mal wieder pendelnd zwischen Frankfurt/Main und Hamburg]

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Christian op tour

15. December 2005
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Wahrscheinlich ist Euch aufgefallen, dass ich nicht mehr a priori blogge, wann ich mich wo rumtreibe. Falls Ihr Euch fragt, warum das so ist: Es gibt dazu zwei Gründe:

Die Resonanz auf die “Ach, ich bin die Tage dort und dort, ruft durch, wenn Ihr Bock auf ein Bier habt” war sehr niedrig, um nicht von “nichtvorhanden” zu sprechen

Eine immer-noch-nicht-bloggende liebe Freundin, deren “Lieblingsband” ;) ich gerade höre, hat mich darauf hingewiesen, dass die Kombination aus Veröffentlichung der Adresse und des persönlichen Wochenplans incl. Abwesenheiten nicht gerade clever ist. Ich glaube zwar nicht unbedingt, dass Einbrecher regelmäßige Blogleser sind, aber man weiß ja nie…

[Lunik - Backup; 20 Minuten vor Frankfurt]

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Comeback der Best-Of-Alben

14. December 2005
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Okay, es ist Weihnachtszeit. Das wiederum schreit quasi nach Best-Of-Alben und wie ein lieber Bekannter von mir in seinem Blog (nein, ausnahmsweise wird das nicht verlinkt – er hat mich explizit drum gebeten) erwähnt hat, nach Comebacks von Bands, die irgendwie auch früher nicht so recht erfolgreich waren…

Das kennt man ja soweit auch aus den Jahren zuvor; Neu ist mir jetzt jedoch, dass es Comebacks von Best-Of-Alben gibt. Anders kann ich mir die folgende Beobachtung jedoch nicht erklären:

Wie bei guten 60% meiner Blogeinträge sitze ich nämlich gerade mal wieder im Zug und beim Studium des Reiseplans fiel mein Blick auf beiläufig – dank iPod auch nicht aus akutem Interesse – auf das zugeigene Radioprogramm. Dort wurde zu meinem Erstaunen Bon Jovi – Crossroads gefeatured; ein Album, dass sich seit mindestens 6 Jahren in meinem persönlichen CD-Besitz befindet.

Okay, der Album-Output und insbesondere die -qualität von Bon Jovi hat in den letzten ca. 10 Jahren nahezu konstant abgenommen (auch wenn ich It’s My Life und Have A Nice Day durchaus nett fand), aber ist das ein Grund, ein fast ebenso altes Best-Of-Album zu recyceln??

[Bon Jovi - Have A Nice Day, irgendwo hinter Kassel]

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Kartenmaterial

8. December 2005
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Bekanntermaßen habe ich ja den einen oder anderen Reiseplan. Konkret sieht das dann auf einer Karte ungefähr so aus:

und hier in Europa war ich schon:

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S-Bahn-Werbung

7. December 2005
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Nachdem ich neulich von Hamburger U-Bahn-Werbung berichtet habe, ist mir vor Kurzem auf dem Weg zu unserer Frankfurter Geschäfsstelle eine Bahn-Werbung der ganz anderen Art aufgefallen.

Zwischen dem Frankfurter Hauptbahnhof und der Haltestelle Galluswarte fährt die S-Bahn, mit der ich für gewöhnlich das letzte Teilstück zurücklege, durch einen Tunnel. Und seit ca. 2 Monaten flackert es in diesem Tunnel irgendwie komisch. Nachdem ich das die ersten paar Male für eine optische Täuschung gehalten habe, hab ich heute mal genauer drauf geachtet. Und – tatsächlich:

Im Inneren des Tunnels sind mehrere von hinten zu beleuchtende Bilder angebracht, die bei einem vorbeifahrenden Zug zyklisch an die Geschwindigkeit der Bahn angepasst aufleuchten und somit eine Art “Daumenkinoeffekt” ergeben. Man sieht also einen Mini-Werbespot im Tunnel. Und durch das Flackern hat die ganze Aktion so ein bisschen Unterbewußtseinsbeeinflussungs-Flair (auch wenn derartige Werbung in Deutschland ja per Gesetz verboten ist).

Auch wenn ich gar nicht mehr sagen kann, für was denn nun geworben wurde (Stiebel Eltron??), hat mich allein der technische Aufwand hinter dieser Lichtwerbeanlage doch stark beeindruckt. Und wer weiß, vielleicht können wir bald ja in anderen Städten Szenen aus “The Matrix”, “Pulp Fiction” oder “Blues Brothers” im Vorbeifahren bewundern. Lustig fänd’ ichs allemal….

[Brings, Will nur Dich; eine Dreiviertelstunde vor Hannover]

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Bahnbeobachtungen

5. December 2005
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Ich genieße das Bahnfahren bekanntermaßen ja sehr – Zeit, um die Gedanken schweifen zu lassen, zwischendurch ein wenig zu ratzen oder – wie auch diesmal wieder – Eindrücke von Mitreisenden zu sammeln:

Am Nebentisch sitzt ein Mädel, deren Alter echt schwierig zu schätzen ist: könnte von 16 bis 24 irgendwie alles sein. Die gelb-grün-rosa-karierten Socken sind da zumindest nicht besonders aussagekräftig. Lustig dabei ihr Handgepäck: ein iPod, ein iBook und ein Schnuffeltier.

Ob Sina’s Patentochter wohl auch später mal ganz selbstverständlich mit einem ultraschicken Lenovo-Thinkpad und einer nicht weniger chicen Zahnspange durch die Gegend reisen wird?!

Braucht man heute wirklich einen iPod um hip zu sein? Und ist das festplattendicke Standardmodell noch gut genug, oder muss es wie in meinem Kollegenkreis jetzt en vouge, der wirklich superflache iPod Nano sein? Erwähnte ich eigentlich, dass sich Qualität durchsetzt? Und Thinkpads die mit Abstand verbreitesten Business-Notebooks in Zügen sind? Und auch iPods die verbreitetsten tragbaren Musikplayer? Auf was man nicht so alles achtet, wenn man unterwegs ist…

[Brings, Drachesteije; vor Hamburg-Harburg]

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Berlin im Winter

28. November 2005
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Nachdem ich die Tage mal wieder für eine Kundenvortragsreihe in Berlin war, habe ich festgestellt, dass das Wetter dort doch einen Hauch schattiger ist als in Hamburg. Daher muss ich für den 22C3-Trip doch mal meinen Wintermantel ausmotten.

Da die Veranstaltung nur bis mittags ging, habe ich die Gelegenheit genutzt und einen lieben Freund von mir besucht, den ich seit nun fast 20 Jahren kenne; der pendelt nämlich jobtechnisch gerade für ein Projekt zwischen Paris und Berlin hin- und her. War schon ein lustiger Anblick: wir beiden in Anzügen beim “Business Lunch” ;) Ungewöhnlich, aber wird uns die nächsten Jahrzehnte wahrscheinlich häufiger passieren.

Leider ist er zwischen den Jahren nicht in der Stadt; aber wir haben ja Lars dabei, der sich ja vielleicht zum Touri-Guide breitquatschen läßt.

Ansonsten habe ich beim Berlin-Trip zwei verwirrende Dinge festgestellt:

a) Auch in U-Bahn-Tunneln hat man dort D2-Empfang. Auf der Freifeldstrecke zwischen Hamburg und Berlin versagt das Mobilnetz jedoch kläglich

b) Haike, unsere Berliner Empfangsdame kennt meinen Namen! Zumindest kam sie, als sie mich gesehen hatte, schlagartig mit dem passenden Schild um die Ecke. Und dass, obwohl wir uns erst zwei- oder dreimal gesehen und nichtmal groß gesprochen haben…

[Bläck Föös, En unserem Veedel; zwischen Wittenberge und Hamburg]

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