S-Bahn-Werbung

Nachdem ich neulich von Hamburger U-Bahn-Werbung berichtet habe, ist mir vor Kurzem auf dem Weg zu unserer Frankfurter Geschäfsstelle eine Bahn-Werbung der ganz anderen Art aufgefallen.

Zwischen dem Frankfurter Hauptbahnhof und der Haltestelle Galluswarte fährt die S-Bahn, mit der ich für gewöhnlich das letzte Teilstück zurücklege, durch einen Tunnel. Und seit ca. 2 Monaten flackert es in diesem Tunnel irgendwie komisch. Nachdem ich das die ersten paar Male für eine optische Täuschung gehalten habe, hab ich heute mal genauer drauf geachtet. Und – tatsächlich:

Im Inneren des Tunnels sind mehrere von hinten zu beleuchtende Bilder angebracht, die bei einem vorbeifahrenden Zug zyklisch an die Geschwindigkeit der Bahn angepasst aufleuchten und somit eine Art “Daumenkinoeffekt” ergeben. Man sieht also einen Mini-Werbespot im Tunnel. Und durch das Flackern hat die ganze Aktion so ein bisschen Unterbewußtseinsbeeinflussungs-Flair (auch wenn derartige Werbung in Deutschland ja per Gesetz verboten ist).

Auch wenn ich gar nicht mehr sagen kann, für was denn nun geworben wurde (Stiebel Eltron??), hat mich allein der technische Aufwand hinter dieser Lichtwerbeanlage doch stark beeindruckt. Und wer weiß, vielleicht können wir bald ja in anderen Städten Szenen aus “The Matrix”, “Pulp Fiction” oder “Blues Brothers” im Vorbeifahren bewundern. Lustig fänd’ ichs allemal….

[Brings, Will nur Dich; eine Dreiviertelstunde vor Hannover]

Platzreservierungen

.. sind echt praktisch. Insbesondere freitags auf der Strecke Frankfurt-Hamburg. ICH hab eine. die 20 Leute, die im Gang stehen nicht *eg*.

Desweiteren ein Hinweis an alle Gelegenheits-Bahnreisenden:
Draussen an den wagen, da stehen manchmal (genauer: fast immer mit Ausnahme des ICE3) so seltsame Ziffern wie beispielsweise 11-68 oder 81-109. Das ist kein Voodoo. Das hat auch nix mit bahninternen Codes zu tun. Das sind Sitznummern. Und, an jedem Wagon stehen an einer Tür die niedrigen Nummern und an der anderen die hohen. Wenn man das mit der eigenen Reservierung vergleicht, kann man wurderbar ermitteln, welcher Eingang strategisch günstiger ist. Und wenn das alle machen würden, dann könnte man vielleicht sogar die unausweichliche Kollision mit Ausweichmanövern auf die Schöße der umliegenden Passagiere in der Mitte eines jeden Wagens vermeiden. Vielleicht.. ich bin ja noch Optimist!

[keine Mukke, kurz hinter Göttingen]

Komfort (Ex-Staatsunternehmensdefinition)

Komfort aus Ex-Staatsunternehmenssicht

Wie ja schon früher berichtet, bin ich seit ein paar Tagen im Besitz einer bahn.comfort Karte. Ja, das Ding ist wirklich zusammen mit einer tollen Hochglanzbroschüre angekommen und glitzert seitdem silbern in meiner Geldbörse [genau, ich wußte auf Anhieb nicht, wie man Portemonait richtig schreibt].

Nachdem ich nun die letzten Tage wie ja hinlänglich angekündigt ausgiebig Bahn gefahren bin, konnte ich auch die ersten und meiner Meinung nach wichtigsten Serviceleistungen (weil, wann brauche ich schon mal einen vergünstigten Parkplatz am nächstgelegenen Hauptbahnhof?) ausprobieren:

Die telefonische Reservierungshotline:
Nachdem ich kurzfristig aufgrund eines leicht verkürzten Kundentermins meine Rückfahrt von Frankfurt zu einem anderen Zeitpunkt antreten mußte, war ich sitzplatzreservierungslos. Da ich kein Interesse daran hatte, eine vierstündige Stehplatzerfahrung bei Tempo 200 in einem ICE zu machen und auch leider keinen Drucker griffbereit hatte, nutzte ich die Last-Minute-Sitzplatz-Reservierungs-Hotline, die mir auch prompt einen Sitzplatz zuweisen konnte. Die Sitzplatzreservierungs-Karte konnte ich dann am Automaten durch einfaches “Anmelden” mit meiner Bahn-Card abholen.

Heute morgen habe ich dann relativ spontan auch ne Fahrt nach Berlin gebucht, im Internet gabs keine Sitzplätze mehr, aber selbst da konnte ein Anruf bei der Hotline 15 Minuten vor Abfahrt noch einen Gang-Sitzplatz am Tisch im Nichtraucher-Großraumabteil (incl. Steckdose) möglich machen. Fazit: guter Service

Die Lounge:
Nachdem ich in Frankfurt eine gute halbe Stunde auf meinen Anschlußzug warten mußte, habe ich die Lounge ausprobiert. Ich fürchtete total überfüllte Räumlichkeiten mit extrem belagerten Getränkeausgabestellen. Und wieder wurde ich angenehm überrascht. Die Lounge, die über extrem bequeme Sessel, Fernseher und Beistelltischchen neben jedem Sitz verfügt, war erfreulich leer und auch erfreulich schick.

Auch ein Besuch in den ebenfalls vorhandenen sanitären Anlagen überraschte enorm. Saubere, helle, total unversiffte Toiletten und das kostenfrei! Ich kenne Menschen, die dafür in Bahnhofsnähe töten würden….

Das Getränkeangebot ist akzeptabel, es gibt All-You-Can-Drink mässig die komplette Pepsi-Produktpalette (Pepsi, 7up, Miranda, Pepsi light, Apfelschorle, Mineralwasser) und tolle Café Latte / Cappu / aber auch normaler Kaffee – Automaten zum Selbstbedienen. Gut, von Orangina, Schweppes, Afri-, Premium-, Fritz-, Dr.Pepper – c/Kola oder gar Club Mate bin ich jetzt auch nicht ausgegangen.
Dank T-* WLAN (bei dem übrigens auch TXT-DNS-Records aufgelöst werden können (*hint* *hint*), konnte ich dann auch noch schnell nachschauen, auf welchem Gleis mein Zug wann genau fährt. www.bahn.de ist nämlich natürlich freigegeben.

Da der Zug 7 Minuten Aufenthalt hatte, konnte ich also so die Aussicht über die Gleise solange genießen, bis mein Zug einfuhr, und dann gemütlich zum Gleis schlappen, dass sich direkt vis-a-vis des Loungeeingangs befand.

Fazit: beste Toilette auf einem Bahnhof ever; und auch der Rest stimmt.

Bislang hat sich die bahn.comfort Karte also halbwegs nützlich gemacht. Allerdings schade, dass die Bahn diese Dienstleistungen bzw. diese Servicequalität nicht allen – insbesondere den Seltenfahrern unter den Kunden – zur Verfügung stellt. Für diese könnte sich das Bahn-Gefühl deutlich verbessern und vielleicht würden sie dann zweimal überlegen, ob sie bei den heutigen Benzinpreisen die nächste Reise zu Verwandten mit dem Auto oder mit der Bahn planen. Für Vielfahrer, also die bahn.comfort-Zielgruppe, gibt es ja eh keine Alternative zur Bahn.