bahn.comfort Textverbesserung

Nachdem ich den Bahncard 100 – Inhaber ja schon länger nicht mehr habe raushängen lassen, muss ich diese neue Entdeckung einfach direkt bloggen:

Szenario: es gibt für gute Kunden (> 2000 EUR Umsatz / Jahr) den bahn.comfort-Status der Bahn. Dieser beinhaltet unter anderem spezielle Sitzplatzkontingente in 98% der IC und ICEs in Deutschland. Diese sind durch einen speziellen Aufkleber gekennzeichnet, jedoch verstehen 90% der Gelgenheitsbahnreisenden nicht, was dieses bahn.comfort eigentlich ist.

Ich habe heute das erste Mal in einem Zug neue bahn.comfort-Bereich Aufkleber gesehen. Diese bitten nicht, wie die vorhergehenden “Diese Plätze für bahn.comfort Kunden freizugeben” in ziemlich dezentem Grau, sondern weisen mit einem dicken roten Leuchtstreifen und dem Aufdruck “Nur für bahn.comfort Kunden” schon eher auf die Bestimmung dieser Sitzplätze hin.

bahn.comfort Sitzplatzschild (neu)

Allerdings scheint das immer noch nicht abschreckend genug zu wirken; derzeit teile ich mir den Tisch auch nur mit nicht-bahn.comfort-Kunden; aber:

Mir solls egal sein, ich hab ja meinen Sitzplatz :)

[In Göttingen; Revolverheld - Arme Hoch]

Mordsreiseerlebnisse

Ich liebe es, am Wochenende mit der Bahn zu fahren. Falsch. Ich hasse es. Irgendwie nerven mich insbesondere diese Tonnen von olivberucksackten Typen an, die noch nie in ihrem Leben etwas von Sitzplatzreservierung gehört zu haben scheinen, und die darüber hinaus unter einem offensichtlichen Realitätsverlust leiden.

Denn: bekanntermaßen sind sie keine bahn.comfort Kunden. Das sind nur Menschen, die mehr als 2.000 EUR Umsatz innerhalb der letzten 12 Monate bei der Deutschen Bahn gemacht haben. Soldaten zahlen ihre Bahntickets aber nicht.
Dennoch setzen sie sich aber auf die bahn.comfort Plätze. Wahrscheinlich weil sie davon ausgehen, dass diese besonders komfortabel sind und damit für Vaterlandsverteidiger wie gemacht.

Und das regt den normalen VIP-Bahnkunden halt immer mal ein wenig auf*

Natürlich stehen die Jungs dann sofort auf, wenn man sie darauf hinweist und sind auch sonst sehr zuvorkommend und natürlich gibt es sicherlich auch Ausnahmen bei dieser Gruppe von Menschen, mir fallen aber halt immer nur diejenigen auf, die von Sitzplatz zu Sitzplatz wandern müssen und keine Bahnfahrt bequem und in Ruhe verbringen und am Ende des Tages doch irgendwo im Eingangsbereich auf dem Boden sitzend reisen müssen.

Und dann frage ich mich jedesmal, wieso sie nicht einfach die 3 EUR ausgeben, um sich diesen Stress zu ersparen. Denn Bahnfahren kann echt entspannt sein.

Desweiteren: es ist echt entspannt, bei einer Ticketkontrolle einfach nur lässig die Bahncard 100 zu zücken und freundlich zu lächeln. Kein Durchziehen wie bei Onlinetickets, kein am Automaten anstehen für eine Karte, kein Zangenabdruck. Einfach nur lächeln. Und Züge nicht mehr nach dem Preis oder der kürzesten Fahrtstrecke, sondern nach ihrer voraussichtlichen Ausgebuchtheit aussuchen. Denn wenn der Zug von Köln nach Hamburg keinen Sitzplatz mehr hat, nun, dann fährt man halt über Hannover…

* Mich regen übrigens nicht nur die offensichtlich mit den Bahnprodukten und Serviceabstufungen nicht besonders vertrauten Soldaten auf, sondern auch und insbesondere die Tatsache, dass die Deutsche Bahn die bahn.comfort Plätze – besonders für Bahncard 100 Kunden, die spontan reisen können – zu lasch konzipiert hat; die Idee ist ja gut, nur wird von den Zugbegleitern selbst bei Kontrollen dieser Plätze nur in den seltensten Fällen darauf hingewiesen, dass es sich um Plätze handelt, die bevorzugt von einer bestimmten Kundengruppe eingenommen werden können und für diese freigegeben werden sollten sowie ist die Anzahl der Plätze im Vergleich zu den bahn.comfort Kunden nur ein Tropfen auf den heißen Stein.